Die häufigsten Vorurteile in der Medienbranche: Das steckt wirklich dahinter
Die Medienbranche hat den Ruf, kreativ, modern und cool zu sein. Als Angestellter hast du direkten Einfluss auf das Endprodukt und kannst diesem deine eigene Note geben. Kein Wunder also, dass dieses Berufsfeld insbesondere für junge Menschen attraktiv wirkt. Du hast dir auch schon überlegt, in Zukunft mit Medien zu arbeiten? Dann solltest du dich vorher über Vorurteile und Klischees informieren, die leider noch immer mit der Tätigkeit in der Branche einhergehen. Wir räumen mit den größten Vorurteilen auf und zeigen dir, worauf es in der Medienbranche wirklich ankommt.
Was genau machst du da? Die Vielfältigkeit der Medienbranche
Außenstehende verbinden mit der Medienbranche oft nur die kreativen Berufe. Grafikdesigner, Mediengestalter und Content-Creator stehen oft im Mittelpunkt, sie nehmen direkten Einfluss auf das Endprodukt. Auch Texter und Kameraleute können dem kreativen Umfeld zugerechnet werden.
Ein Überblick über die Berufsfelder in der Medienbranche
In der Medienbranche steht dir eine Vielzahl an interessanten Arbeitsbereichen zur Auswahl. Egal ob im Fernsehen, Radio oder Print, als Medienschaffender unterstützt du deinen Arbeitgeber dabei, unsere Gesellschaft zu prägen, informieren und zu unterhalten.
Audioproduktion
Hierzu gehören neben Radiosendern auch Podcastproduktionen. Hier arbeitest du beispielsweise als Redakteur, Tontechniker oder Moderator, oftmals live und direkt. Doch auch in der Musikredaktion kannst du arbeiten. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Mediengestalter: Bild und Ton oder einem Studium im journalistischen Bereich hast du hier gute Chancen.
Videoproduktion
Vor allem im Fernsehen, mittlerweile aber auch immer häufiger bei Social Media, wie YouTube kannst du direkt an der Produktion von Bewegtbildern arbeiten. Mediengestalter für Bild und Ton, Kameraleute, Cutter und Redakteure werden für eine erfolgreiche Produktion benötigt. Voraussetzungen ähneln denen der Audioproduktion, wobei allerdings auch der Studiengang der Film- und Fernsehproduktion eine weitere Zugangsmöglichkeit bietet.
Zeitungen informieren über aktuelle Ereignisse in der Weltlandschaft, Zeitschriften wollen eher unterhalten. In beiden Fällen werden Journalisten oder Redakteure benötigt. Layouter und Lektoren sorgen für ein ansprechendes Design. Mit einer Journalistenausbildung oder einem Studiengang in Germanistik oder Kommunikationswissenschaften hast du ebenso gute Zugangschancen.
Marketing/PR/Social Media
Im Marketing entwickelst du Strategien, um Produkte und Dienstleistungen bekannt zu machen und letztlich an den Mann respektive die Frau zu bringen. Möchtest du im PR-Segment arbeiten, ist die Werbung auf dein eigenes Unternehmen gerichtet. Wenn der Fokus auf Zielgruppenorientierung ausgerichtet ist, mit möglichst viel Interaktion, dann ist Social Media ein passendes Arbeitsumfeld.
Typische Berufe sind zum Beispiel Marketingmanager, Social-Media-Manager, Content Creator, Werbetexter, Brand Manager, Community Manager, PR-Referent, Pressesprecher, Kommunikationsmanager sowie Eventmanager.
Politik
Du kannst in der politischen Kommunikation zum Beispiel als Pressesprecher, Politikberater, Referent, Campaigner oder in der Öffentlichkeitsarbeit für Parteien, Verbände oder Institutionen arbeiten.
In diesen Berufen geht es darum, politische Inhalte verständlich zu vermitteln, Kampagnen zu planen und die öffentliche Wahrnehmung gezielt zu steuern.
IT
Die Medienbranche ist heute kaum noch ohne IT vorstellbar. Inhalte werden gestreamt, mithilfe von digitalen Effekten optimiert oder mit einer passenden Webpräsenz versehen. Neue Techniken wie Mixed Reality oder Virtual Reality ergänzen die konventionellen Medienprodukte. Auch Videospiele können als Teil der Medienbranche gesehen werden. Entweder im redaktionellen Bereich oder bei der Content-Creation.
Archivierung
Damit die Inhalte langfristig erhalten bleiben, ist eine gründliche Sicherung der medialen Inhalte von großer Bedeutung. Um zu verhindern, dass wertvolle Kulturgüter wie die frühen Doctor Who-Episoden durch Löschung oder Überspielen verloren gehen, setzen Medienarchivare heute auf digitale Langzeitarchivierung und sorgfältige Dokumentation. Ein weitere Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und Restauration anaolger Bestände.

Die Vorurteile über die Medienbranche
Die Medienbranche steht häufig im Zentrum von Vorurteilen. Entweder wird zu schlecht bezahlt, es gibt zu viele unbezahlte Überstunden und überhaupt muss man ja sowieso kreativ sein. Viele dieser Behauptungen sind zu pauschal und kurz gegriffen, auch wenn oft ein Funken Wahrheit dahintersteckt.
Zu viel Arbeit für zu wenig Geld? In der Medienbranche sind alle unterbezahlt
Das stimmt natürlich nicht, zumindest nicht immer. Einstiegsgehälter sind insbesondere in der Medienbranche oft gering. Wer sich für kreative Freelancing-Jobs interessiert oder in kleineren Unternehmen arbeitet, kann schnell an seine finanzielle Belastungsgrenze kommen. Oftmals fehlt es der Firma schlicht an den nötigen Aufträgen. Dies zeigt sich dann beispielsweise im unumgänglichen Wechsel zur Kurzarbeit.
Firmen mit größerem Budget können ihre Mitarbeiter natürlich besser bezahlen. Fest angestellte Mitarbeiter können auf Tarifverträge setzen und sind somit keiner Willkür ausgesetzt. Sicherlich gibt es auch dort weiterhin Besserungsbedarf, dennoch kann die Medienbranche nicht allein für die bestehenden Arbeitsbedingungen verantwortlich gemacht werden, da sie oft mit externen wirtschaftlichen Faktoren, Marktveränderungen und technologischen Entwicklungen konfrontiert ist, die den Handlungsspielraum einschränken.
Auch die Behauptung, in der Medienbranche werden viele Überstunden geleistet, hat einen wahren Kern. Abhängig vom Tätigkeitsfeld kann es durchaus vorkommen, dass Überstunden zum Alltag gehören. Als Bewerber solltest du unbedingt im Voraus abklären, wie diese Mehrarbeit geregelt wird und ob diese beispielsweise bezahlt wird. Eventuelle Wochenendarbeit kann hierbei gleich mit erfragt werden.
Willst du einen Job in der Medienbranche, brauchst du Beziehungen
Ein weit verbreitetes Vorurteil ist die Behauptung, dass Vitamin B die Voraussetzung für eine Stelle in der Medienbranche ist. Eine weitere vermeintliche Bedingung ist die Kenntnis der Medienbranche und das entsprechende Vorwissen.
Tatsächlich sind Beziehungen und ein gutes Netzwerk hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Kontakte, zum Beispiel durch Netzwerke auf LinkedIn, können den Einstieg erleichtern, doch letztendlich sind es vor allem die eigenen Fähigkeiten, die überzeugen müssen. Fachwissen, praktische Erfahrungen und ein Verständnis für aktuelle Medienentwicklungen sind hingegen entscheidende Faktoren bei der Jobsuche.
Die Dynamik der Branche erfordert, dass Bewerber über die neuesten Trends, Plattformen und Technologien informiert sind. Praktika oder Nebentätigkeiten können helfen, dieses Wissen zu erlangen und gleichzeitig wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Muss ich kreativ sein?
Die Berufsvielfalt im Bereich der Medienunternehmen so vielseitig und abwechslungsreich, wie sie es auch in anderen Gewerben ist. Es darf hierbei allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass ein großer Teil der Berufe tatsächlich Kreativität voraussetzt.
Im Hintergrund erblickt man die analytischen Berufsfelder. Projektmanager, IT-Fachkraft und Medienkaufleute geben zusammen mit den Redakteuren jeden Tag ihr Bestes, um die Sichtbarkeit der Medienprodukte zu erhöhen.
Medienarchivare verwalten Mediatheken und Werbeclips, Vertriebsmitarbeiter kümmern sich um Abonnements und der Kundensupport ist das Bindeglied zum Kunden. In der Medienbranche findest du also zum Großteil die gleichen Berufe wieder, wie in den meisten anderen Branchen.
Vielfalt statt Routine
Die Arbeitstätigkeiten in der Kreativbranche sind von Dynamik geprägt, kein Tag gleicht dem anderen. Ob kreatives Schreiben, technische Umsetzung, Marketingstrategien oder die Produktion von Inhalten für unterschiedliche Plattformen – die Tätigkeiten sind so facettenreich wie die Medien selbst. Die Etablierung neuer Medien, wie beispielsweise Social-Media, und die damit verbundenen neuen Berufe, wie die des Influencers, haben die mediale Vielfalt weiter gestärkt.
Wie sicher ist dein Arbeitsplatz in der Medienbranche?
Die Beschäftigungssituation in der Medienbranche ist tatsächlich von Unsicherheiten geprägt. Willst du in einem kleinen Medienhaus arbeiten, besteht immer die Gefahr, dass zum Ausgleich finanzieller Schwierigkeiten deine Stelle abgebaut werden muss. So entließ die Rechercheplattform „Addendum“ mit ihrer Schließung 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Vorwarnung.
Achte bei der Bewerbung bereits darauf, ob es sich um einen Tarifvertrag handelt. Als freier Mitarbeiter ist die finanzielle Unsicherheit ebenso dein steter Begleiter. Die Digitalisierung kann hier gleichzeitig Fluch und Segen sein. Wenn du bereit bist, dich stets weiterzubilden und den Marktveränderungen anzupassen, stehen die Chancen gut, deinen Job zu behalten bzw. schnell wieder eine neue Stelle zu finden.
Willst du auf Nummer Sicher gehen, bieten dir Positionen in öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen meist tarifgebundene und stabile Arbeitsverhältnisse. Mit einem vorherigen Studium steigen deine Chancen, eine gut bezahlte und vor allem sichere Arbeitsstelle in der Medienbranche zu ergattern.
Die Gefahr durch künstliche Intelligenz: Sind die Sorgen berechtigt?
Man hört es mittlerweile tagtäglich, kreative Menschen klagen, dass ihre Arbeitsplätze aufgrund von künstlicher Intelligenz in Gefahr sind. Dabei nutzt die KI oftmals sogar die kreativen Erzeugnisse derer, die sie obsolet machen könnte als Grundlage. Doch ist das wirklich so? Rufus Beck, der Sprecher der Harry Potter Hörbücher sieht seine Arbeit durch Sprachbots gefährdet. Generative KI erzeugt anhand von Trainingsdaten eigene, immer authentischer wirkende Inhalte, seien es Bilder, Texte, aber auch Video und Audioinhalte. Diese sind teilweise sogar kostenfrei verfügbar. Dabei ist KI in der Medienbranche gar nicht neu. So wurde bereits 2012 vor den Gefahren des sogenannten “Roboterjournalismus” gewarnt.
Dass mit der KI Veränderungen einhergehen, ist nicht von der Hand zu weisen. Sie können im positiven auch unterstützend wirken. Zum Beispiel, indem langwierige Bearbeitungen von Filmmaterial, z. B. bei der Restauration unterstützt werden können. Bei der Produktion von Content wird der Mensch aber immer ein wichtiger Faktor bleiben. Nur er kann wirklich kreativ agieren und neue Impulse schaffen. Dementsprechend sollte sich niemand, der in der Medienbranche arbeiten möchte, von KI-Produkten aus der Ruhe bringen lassen.
Die Medienbranche in Franken: Chancen direkt vor der Haustür
Franken ist die Heimat vielfältiger Medienhäuser, Radio- und Fernsehsender. So finden sich hier TV Mainfranken sowie TV Oberfranken wieder. Radio Bamberg, Radio Gong aus Nürnberg oder Radio Charivari haben ihren Sitz in der fränkischen Region. Natürlich darf hierbei auch die Mediengruppe Oberfranken nicht außer Acht gelassen werden. Neben Tageszeitungen betreut die MGO eine Vielzahl hochkarätiger Onlineportale, wie beispielsweise den fränkischen Tag, Fränkische Rezepte, trauer.inFranken, inFranken und natürlich auch jobs.inFranken.