Fortbildung vs. Weiterbildung: Gibt es einen Unterschied?

Artikel von: Hannah Schmidt
Fortbildung stärkt aktuelle Fähigkeiten, Weiterbildung eröffnet neue Karriereperspektiven: Zwei Wege zur beruflichen Entwicklung. ©Robert Kneschke, Adobestock.com

Fortbildung und Weiterbildung: Zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden. Doch steckt dahinter wirklich dasselbe? Entdecke die Feinheiten und den tatsächlichen Unterschied zwischen diesen beiden Konzepten.

Was ist eine Fortbildung? 

Eine Fortbildung dient dazu, bereits vorhandene Fähigkeiten zu verbessern oder darauf aufbauende Kompetenzen zu erwerben. Regelmäßige Fortbildungen ermöglichen es dir, beruflich als auch persönlich weiterzukommen. Voraussetzung ist nur, dass du einen Berufsabschluss und einschlägige Berufserfahrung aufweisen kannst.

Die Kosten, die für eine Fortbildung anfallen, werden in der Regel von der Arbeitgeberin oder vom Arbeitgeber übernommen. Fortbildungen werden nämlich häufig von ihm oder ihr selbst vorgeschlagen. Oft werden die Fortbildungen von Berufsverbänden, Kammern (zum Beispiel von der IHK) oder von Fort- und Weiterbildungsträgern angeboten. Du kannst die Regelungen zu Fortbildungen im § 1 Abs. 4 BBiG (Berufsbildungsgesetz) nachlesen.

Es wird zwischen vier Arten der Fortbildung unterschieden:

  1. Erhaltungsfortbildung: Hier wird bereits vorhandendes Wissen aufgefrischt.
  2. Erweiterungsfortbildung: Hier werden vorhandene Qualifikationen ausgebaut.
  3. Anpassungsfortbildung: Hier werden berufliche Kompetenzen an neue Standards angepasst.
  4. Aufstiegsfortbildung: Hier dreht sich alles um den Aufstieg auf ein höheres Qualifikationsniveau.

Was ist eine Weiterbildung? 

Bei einer Weiterbildung geht es hauptsächlich darum, das eigene Fachwissen zu vertiefen oder etwa neue Fähigkeiten zu erwerben. Weiterbildungen ermöglichen es dir, beruflich weiterzukommen oder dich auf neue Herausforderungen vorzubereiten. Eine Weiterbildung ist nicht unbedingt auf den aktuellen Job bezogen, sondern kann auch deiner beruflichen Neuorientierung dienen. Du kannst durch sie zum Beispiel eine höherwertige Position erreichen und deine Chancen auf eine Anstellung sind besser.

Die Kosten einer Weiterbildung werden oft von deinem Arbeitgeber oder deiner Arbeitgeberin übernommen, da er oder sie im Endeffekt von deiner Qualifikation profitiert. Doch sie kann auch privat finanziert werden. Die Arbeitsagentur stellen staatliche Fördermittel zur Verfügung. Oft werden Weiterbildungen von (Fach-) Hochschulen, Fernuniversitäten oder zertifizierten Weiterbildungsträgern angeboten.

In Vollzeit dauert eine Weiterbildung 6-12 Monate, in Teilzeit 1,5 – 4 Jahre. Am Ende jeder Weiterbildung findet im Normalfall eine Prüfung statt, nach der jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein Zertifikat erhält, das die erworbenen Qualifikationen dokumentiert.

Diese 4 Argumente sprechen für eine Weiterbildung

Deine Vorgesetzte oder dein Vorgesetzter ist skeptisch, ob es sich lohnt, wenn du deine Weiterbildung machst? Jetzt bloß nicht aufgeben, du brauchst nur die richtigen Argumente. Wir zeigen dir, wie du deine Vorgesetzten davon überzeugen kannst, dass deine Fortbildung nicht nur deine eigene Karriere, sondern auch das Unternehmen voranbringt.

Entkräfte finanzielle Bedenken

Viele Managerinnen und Manager denken, dass das Unternehmen sich keine Weiterbildungen leisten können. Doch du kannst finanzielle Bedenken entkräften, und zwar mit der folgenden Argumentation: Frage zunächst, ob sie oder er einer Weiterbildung grundsätzlich als sinnvoll erachtet. Daraufhin kannst du fragen, wie viel diese kosten dürfe. Ist der genannte Preis niedriger als deine tatsächliche Summe, solltest du versuchen zu erklären, dass sich die Ausgaben deiner Fortbildung auszahlen werden. Denn mit dem neuen Wissen und Qualifikationen wirst du noch effizienter arbeiten. Zum Schluss solltest du betonen, dass die Kosten der Weiterbildung steuerlich geltend gemacht werden können – sofern das der Wahrheit entspricht.

Liefere gute Gründe für die Weiterbildung 

Der Wunsch nach einer Weiterbildung wirft oft die Frage auf, wofür diese gut sein soll. Setzte hier nicht nur auf allgemeine Vorteile beruflicher Weiterbildungen, sondern gehe in deiner Begründung auf die speziellen Gegebenheiten und den Bedarf in deinem Unternehmen ein. Lege dir diese Argumente gleich von Beginn an fest. Beispielsweise so:

“Ich strebe danach, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und mein Wissen zu erweitern. Mein Ziel ist es, meine Arbeitsweise noch effektiver und professioneller zu gestalten, damit sowohl Sie als auch unser Team und ich selbst davon profitieren können. Ich bin besonders daran interessiert, neue Techniken und Methoden in meinem Arbeitsbereich einzusetzen, um meine Fähigkeiten weiter zu verbessern.”

Kümmere dich selbst um deine Vertretung in dieser Zeit 

Dein Wunsch auf Weiterbildung stößt auf Ablehnung? Diese könnte daher stammten, dass in deiner Abwesenheit zu Weiterbildungszwecken die Abläufe innerhalb des Unternehmens gestört werden. Du kannst deiner Chefin oder deinem Chef diese Angst leicht nehmen.

Du hast eine Vertretung? Dann kannst du mit folgendem Argument punkten:

“Ich gewährleiste einen nahtlosen Betriebsablauf während meiner Abwesenheit und sorge dafür, dass meine Vertretung gründlich eingearbeitet wird. Sind Sie damit einverstanden, dass ich mich in dieser Zeit weiterbilde?”

Hast du keine Vertretung, ist das auch kein Problem. Hier kannst du so argumentieren:

“Wir bewältigen dieselbe Herausforderung, wenn ich krank bin oder im Urlaub bin. Für meine Abwesenheit bereite ich alles vor, damit der Betrieb reibungslos weiterläuft.”

Du kannst deine Verhandlungsposition außerdem weiter stärken, indem du die Ausfallzeit während deiner Weiterbildung auf ein Minimum reduzieren. Digitales Lernen bietet hier eine Lösung! Online-Kurse werden oft zu festen Abendzeiten angeboten und lassen sich problemlos in deinen Arbeitsalltag integrieren. Da du direkt von deinem Schreibtisch aus teilnehmen können, entfällt die Zeit für An- und Abfahrten – was sowohl deine Zeit als auch die Reisekosten für das Unternehmen einspart.

Zeige deine Loyalität 

Es ist für deine Chefin oder deinen Chef natürlich ärgerlich, wenn Arbeitnehmende eine Weiterbildung als Sprungbrett für eine Karriere in einem anderen Unternehmen nutzen würden. Argumentiere hier so, dass du von deiner Loyalität überzeugen kannst:

 “Nein, ich plane nicht, weil ich meinen Arbeitsplatz und Ihre Führung sehr schätze. Gerade deshalb möchte ich diese Weiterbildung absolvieren: um mein Wissen in meinem Fachgebiet auf dem neuesten Stand zu halten und Sie sowie meine Kollegen noch besser unterstützen zu können.”

Wenn dein Chef weiterhin Bedenken äußert, kannst du vorschlagen, eine vertragliche Regelung zu treffen. Ein gängiges Modell ist es, sich im Gegenzug für die Kostenübernahme für weitere ein bis drei Jahre (abhängig von den Weiterbildungskosten) vertraglich an das Unternehmen zu binden.