Handwerk und Klimaschutz: Ist das miteinander vereinbar? Tipps für nachhaltiges Arbeiten

Im Handwerk wird typischerweise mit Naturprodukten gearbeitet. Dementsprechend wichtig ist für Handwerkerinnen und Handwerker der Umweltschutz. Wir zeigen dir, was du beachten musst, um dein Unternehmen grüner zu gestalten.

Mann sägt Holz mit einer Stichsäge

Für Handwerker dient die Natur oftmals als Arbeitsgrundlage/ Quelle: Adobestock/ JenkoAtman

Umweltbewusstsein im Handwerk: Auch aus ökonomischer Sicht ein guter Deal

Entsprechend einer Umfrage der IKK weisen Handwerkerinnen und Handwerker eine höhere Sensibilität im Umgang mit Umweltthemen auf als der Durchschnittsbürger. Mehr als jede vierte Arbeitnehmerin bzw. jeder vierte Arbeitnehmer im Handwerk gibt an, dass der Klimawandel einen starken bis sehr starken Einfluss auf das körperliche Wohlbefinden ausübt. Der Schutz des Mitarbeiters gehört sowohl aus humanistischer, wie auch ökonomischer Sicht mit zum Schutz der Umwelt.

Neben dem Verlust einer Arbeitskraft im Krankheitsfall verlierst du als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber auch Kunden. Der generelle Wunsch nach Umweltschutz ist nicht erst seit der letzten Generation in der Gesellschaft angekommen. Wenn du dich in der Arbeitnehmer-Position befindest, kannst du die Hinweise zu mehr Nachhaltigkeit im Handwerk gerne an deinen Arbeitgeber weiterreichen.

 Mehr Einnahmen durch Umweltschutz

Kunden sehnen sich insbesondere im Handwerk nach nachhaltigen Produkten. So zeigt sich, dass Solaranlagen immer beliebter werden. Durch Zuschüsse beim Bau von Photovoltaikanlagen können sich immer mehr Menschen solche Panele leisten.

Aufgrund steigender Ölpreise sind gut gedämmte Häuser das angestrebte Ziel für künftige Eigenheimbesitzer. Hierbei sinkt ebenso die Gefahr für Schimmelbildung, da das Gebäude nicht so schnell auskühlt. Der Verkauf und Einbau umweltfreundlicher Produkte wird mit Blick auf die Zukunft immer relevanter werden.

Einige Beispiele für nachhaltige Produkte aus verschiedenen Berufszweigen sind neben den bereits genannten Beispielen:

  • Getriebe für Windräder und Wasserkraftwerke
  • Verlegung von Klimaböden inklusive Dämmung
  • Nutzung von Isolierverglasung, um die Heizkosten zu senken
  • Verbau von Wärmepumpen
  • Bau- und Wartung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln

Nachhaltigkeit und Handwerk gehen wie du sehen kannst Hand in Hand miteinander. Wenn du also deinen Umsatz steigern willst, dann entscheide dich für neue nachhaltige Technologien. Umweltschutz wirkt sich positiv auf das Image deines Unternehmens aus, werbe dementsprechend mit deinen Stärken.

Nachhaltiges Handwerk als Weg in die richtige Richtung

Die Nachhaltigkeitsfelder lassen sich in viel große Themenbereiche aufgliedern. Diese lauten:

  • Kreislaufwirtschaft
    Den Ressourcenverbrauch innerhalb der Kreislaufwirtschaft so gering wie möglich halten. Ein Fokus sollte auf regionale Werkstoffquellen gelegt werden.  Du solltest so viele Materialien wie nur möglich erneut verwenden.
  • Bioökonomie
    Nachhaltig Wirtschaften: Du kannst somit wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Interessen in einen Einklang zu bringen.
  • Ressourcenmanagement
    Spare Geld und schone die Umwelt durch optimierte Verwendung vorhandener Stoffe. Halte den Abfall so gering wie möglich. Gehe effizient mit Energie und Wasser um.
  • Chemikalien
    Achte auf die korrekte Entsorgung von anfallenden Schadstoffen.

Wie arbeitet man nachhaltig?

Achte in deinem Unternehmen stets darauf, so wenig Schadstoffe wie möglich nach außen dringen zu lassen. Insbesondere Gewässerverunreinigungen können schwere ökologische Katastrophen nach sich ziehen. Gleichzeitig ist in Innenräumen, abhängig von den verwendeten Materialien, die Nutzung von Luftreinigungsanlagen unabdingbar. Recycle deine Reststoffe, indem du diese wiederverwertest oder aber fachgerecht entsorgst. Sorge so weit wie möglich für eine gut isolierte Produktionshalle. Halte dementsprechend die Fenster und Türen im Winter geschlossen, um Heizkosten zu sparen.

Achte darauf, deine Mitarbeitenden, wenn möglich selbst auszubilden. Die durch Einarbeitung gesparten Ressourcen können für Fortbildungen für das vorhandene Personal genutzt werden. Dies steigert die Effektivität und den Zusammenhalt deines Teams.

Passe deinen Fuhrpark an, um ökologisch die Fahrtwege zu meistern. Die Aufträge sollten so gelegt werden, dass es möglich wird, mehrere Termine in einem Rutsch zu erledigen. Auch hier lassen sich Zeit und Geld gleich mitsparen. Wenn du mit Lieferanten zusammenarbeitest, dann überprüfe deren ökologischen Fußabdruck und ihre Effizienz. Ein Fokus sollte auf regionale Werkstoffquellen gelegt werden.  Du solltest so viele Materialien wie nur möglich erneut verwenden. Oftmals besteht die Möglichkeit auf recycelte Baumaterialien zu setzen

Maßnahmen für Holz- und Textilgewerbe

Im Holzgewerbe kannst du auf einige weitere Formen des Naturschutzes zurückgreifen, die mit deinem Arbeitsalltag zu tun haben. Diese sind:

  • Engagement gegen illegale Abholzung
  • Verwendung von Holzresten
  • Unterstütze Recyclingprozesse für Holzprodukte
  • Arbeite mit der FSC oder der PEFC zusammen

Arbeitest du im Textilgewerbe, so gibt es folgende Punkte zu beachten:

  • Nutze Bio-Baumwolle, Bambus oder Hanffasern
  • Setze auf ökologische Färbestoffe
  • Nutze den Stoff sorgfältig, um Abfallreste zu minimieren
  • Setze auf den Global Organic Textile Standard (GOTS)

Fazit: Nachhaltigkeit kommt allen zugute

Als Handwerker bist du von Umweltbelastungen stärker betroffen als der Durchschnitt. Durch körperliche Arbeit haben Hitze und Feinstaub ein leichtes Spiel, dir zuzusetzen. Dementsprechend sensibel bist du als Handwerkerin oder Handwerker beim Thema Umweltschutz.

Durch die Nutzung ökologischer Technologien schaffst du nicht nur eine bessere Umweltbilanz in deinem Unternehmen, du verbesserst auch dein Image. Ressourcenschonende Arbeitsweisen sparen Geld, welches du in weitere Projekte einbinden kannst.

So kannst du beispielsweise deine Betriebswagen durch moderne, ökologischere Fahrzeuge ersetzen. Auch der Schutz deiner Angestellten gehört zum Umweltschutz, sorge für ihr Wohlbefinden.

Weiterführende Informationen

Möchtest du mehr über die für dich ideale Nutzung umweltfreundlicher Produkte erfahren? Dann ist die Umweltberatung deiner Handwerkskammer der richtige Ansprechpartner.

Möchtest du erfahren, wie nachhaltig dein Betrieb arbeitet? Der Nachhaltigkeits-Pilot des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk hilft dir dabei.