Tipps für Handwerker: So bleibst du geistig und körperlich fit

Handwerker leben gesund, so die allgemeine These. Doch ist das wirklich so? Wir zeigen dir, wie du mit kleinen Schritten Großes bewirken kannst.

Handwerker hobelt Holz
Auch als Handwerker ist zusätzliche Fitness wichtig. /Quelle: Adobestock/ Carlos André Santos

Gesundheitliche Vorteile durch körperliche Arbeit: Handwerk als Sportersatz?

Holz schleifen, Löcher bohren, malern und lackieren: Als Handwerker gibt es immer viel zu tun. Dementsprechend wenig denken die meisten von ihnen an sportliche Aktivitäten. Erkennst du dich wieder? Dann bist du hier an der richtigen Adresse.

Sport als Ausgleich für den Handwerksberuf. Das klingt auf den ersten Blick schwer in den Alltag zu integrieren und vor allem unnötig. Und tatsächlich zeigen Studien, wie zum Beispiel jene der IKK, dass Handwerker im Vergleich zu anderen Berufsfeldern gesünder leben.

Die gesundheitlichen Vorteile liegen auf der Hand. Handwerkerinnen und Handwerker sitzen weniger während der Arbeitszeit, was den Gefäßen zugutekommt. Die Risiken für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt sinken dementsprechend. Hinzu kommt das familiäre Umfeld, welches meist im Handwerk anzutreffen ist. So gibt die deutliche Mehrheit der handwerklich arbeitenden Menschen entsprechend der IKK-Studie an, im Berufsumfeld glücklich zu sein. Warum dennoch für viel gesundheitlicher Nachholbedarf herrscht, verraten wir dir im folgenden Abschnitt.

Sport als Ausgleich: Warum man auch als Handwerker fit bleiben sollte

Führst du in der Arbeit oft einseitig belastende Tätigkeiten aus? Dann kann dies auf Dauer negative Auswirkungen auf deine Gesundheit haben. Die Folgen müssen sich bei dir noch nicht zeigen, denke aber auch an die noch kommenden Jahre. Sicherlich kennst du bereits ältere Kollegen, welche mit einem Bandscheibenvorfall zu kämpfen haben oder gelegentlich unter einem Hexenschuss oder tauben Füßen leiden.

Sport kann als idealer Ausgleich und gleichzeitig zur Vorbeugung chronischer Verletzungen dienen. Muskeln, die du bei der Arbeit vernachlässigst, werden trainiert. Während die einen Muskelpartien unterentwickelt sind, weisen die beanspruchten Muskeln Verspannungen auf, welche nur mit einer Dehnung und dem ein oder anderen Besuch bei Masseur behoben werden können.

Die geistige Gesundheit: Als Handwerker mental fit bleiben

Oft missachtet und deshalb noch wichtiger zu erwähnen ist die mentale Gesundheit. Diese hängt zum Teil direkt mit der körperlichen Fitness zusammen. Denn, schmerzt dir beispielsweise der Rücken, wird kurze Zeit später auch deine Psyche Schäden davontragen.

Eine mangelnde geistige Gesundheit wird auf Dauer negative Auswirkungen auf deine körperliche Leistungsfähigkeit haben. Du bist eventuell nicht mehr richtig bei der Sache, machst häufiger Fehler und erhöhst somit auch dein Verletzungsrisiko. Die Psyche ist mit 17,5% eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Es ist daher wichtig, genug Ruhepausen und etwaige Entspannungsübungen in deinen Alltag einfließen zu lassen.

Im Handwerk gehört Stress zur Tagesordnung. Ebenso wie rauchen erhöht dieser das Demenzrisiko drastisch. Auch Depressionen, welche unter Handwerkern nicht selten sind, können die Krankheit im Alter fördern.

Muskelpflege: Maßnahmen für körperliche und geistige Gesundheit

Als Ausgleich für einseitig belastende Tätigkeiten kann die sogenannte Muskelpflege hilfreich sein. Hierbei sorgen mindestens einmal stündlich wiederholte Übungen für weniger Schmerzen und Verspannungen auf der Arbeit.

Folgende Übungen bieten sich für die Muskelpflege an:

  • Strecke dich, soweit du kannst
  • Mache leichte Kniebeuge, diese schonen die Kniegelenke
  • Mache einen Hampelmann
  • Rolle deinen Oberkörper, zum Beispiel auf einem Stuhl, zu einem Hohlkreuz und richte dich langsam wieder auf
  • Versuche dich „hängen zu lassen“, sei es an einer Stange oder einem Baumast um somit deine Wirbel zu strecken
  • Rolle deinen Kopf einmal in beide Richtungen im Kreis, um deinen Nacken zu dehnen

Ergänzend zu den Übungen auf der Arbeit sind Fitnesskurse zu empfehlen. Vermeide dabei reine Kraftübungen. Ausdauerkurse und vor allem Rückentrainings können viele Probleme mit deinen Gelenken und Muskeln beheben.

Kurse liefern dabei immer gleich einen Trainer mit, welcher die richtige Durchführung der Einheiten kontrolliert und erkennt, welche Übungen für dich nötig sind. Insbesondere das Kieser-Training fokussiert sich auf Klasse statt Masse. Hiermit gehören Schmerzen und Verspannungen der Vergangenheit an. Weitere gute Sportübungen sind das Schwimmen, Yoga, Pilates und die Nutzung von Vibrationsplatten. Setze immer auf leichte Belastungen.

Geistige Gesundheit durch die Vermeidung von übermäßigem Stress

Versuche bei der Arbeit folgende psychisch belastende Faktoren zu vermeiden beziehungsweise zu reflektieren:

  • Vermeide Zeitdruck und Überstunden, wenn möglich
  • Versuche einen genauen Überblick über die Arbeitsorganisation zu erhalten, Unwissenheit sorgt für Frust
  • Kläre Konflikte stets so schnell wie möglich
  • Lass schwierige Kunden nicht zu sehr an dich ran
  • Bestehe auf Anerkennung für deine anspruchsvolle und wertvolle Arbeit
  • 73% der Handwerker finden in ihrem Betrieb keine Maßnahmen zur Gesundheitsförderung vor, sprich dies an
  • Schalte nach der Arbeit ab, denke dann nicht mehr an deine noch zu erledigenden Tätigkeiten
  • Konzentriere dich auf eine Tätigkeit, vermeide Multitasking

Nehme dir nach der Arbeit immer eine Auszeit. Viele Menschen finden Ruhe in der Natur oder beim Sport. Du kannst auch beides verbinden, beim Wandern. Da viele handwerkliche Berufe mit einer hohen Schadstoffbelastung für die Lunge einhergehen, kann die Natur einen idealen Ausgleich schaffen. Zögere bei psychischen Problemen nie, dir wenn nötig, professionelle Hilfe zu holen!

Ernährung für den Handwerker: Kraftspendend und gleichzeitig gesund

Als Handwerker lebst du im Schnitt häufiger von lokalen Produkten und konsumierst seltener Fast-Food. Du kochst statistisch häufiger, aber konsumierst auch mehr Fleisch. Hier kannst du ansetzen. Versuche Fast-Food, falls vorhanden, komplett aus deinem Alltag zu verbannen und esse abwechslungsreichere Kost. Neben rotem Fleisch schmecken dir sicherlich auch Geflügel oder Fisch.

Falls du oft auf Snacks zurückgreifst, kannst du hier ebenso einige Anpassungen vornehmen. Dabei ist uns klar, dass du nicht unbedingt deine Minisalami mit einem Apfel ersetzen willst. Dennoch gibt es, insbesondere für das Verlangen nach Süßem gute Alternativen. So lässt sich ein Schokoriegel leicht durch einen Proteinriegel ersetzen. Der Riegel ersetzt einen Großteil der Kohlenhydrate durch Eiweiß. Dieses hält länger satt und hilft beim Aufbau und der Regeneration von Muskeln.

Fazit: Als Handwerker gibt es immer was zum Anpacken

Als Handwerker lebst du im Schnitt bereits gesünder als der Durchschnittsdeutsche. Gleichzeitig besteht für dich eine erhöhte Gefahr für Verletzungen. Der Stress kann dazu deiner Psyche zusetzen. Meist gehen mentale und physische Gesundheit Hand in Hand.

Als wichtiges Hilfsmittel kann die Muskelpflege durch einfache Dehnübungen bereits auf der Arbeit einen großen Unterschied für die geistige und körperliche Gesundheit machen. Dies allein ist aber meist nicht ausreichend. Versuche Sport in deinen Alltag zu integrieren. Achte dabei stets auf eine geringe Belastung, da bereits deine Arbeit den Gelenken enorm zusetzt.

Ernähre dich Gesund und achte darauf, genug Nährstoffe aufzunehmen. Wenn du Fleisch isst, dann versuche weißes Fleisch oder Fisch dem ungesunden Roten zu bevorzugen. Snackst du gerne? Dann entscheide dich für Obst oder zumindest einen Proteinriegel um dich fit zu halten.