Deshalb solltest du dich als Handwerkerin oder Handwerker selbstständig machen

Das Thema Selbstständigkeit geht dir nicht aus dem Kopf, du möchtest endlich selbst bestimmen und deine eigene Chefin oder dein eigener Chef sein? Wir zeigen dir 7 Gründe, warum du als Handwerkerin oder Handwerker den Schritt in die Selbstständigkeit wagen solltest.

Ein Mann steht in einer Schreinerei, hält einen Block und lächelt in die Kamera.

Vom Holzhandwerk bis zur Elektrotechnik: Mit einem Beruf im Handwerk bist du in den unterschiedlichsten Bereichen direkt daran beteiligt, die Bedürfnisse von unterschiedlichen Menschen zu bedienen und dabei Neues zu schaffen. Zusätzlich hast du in diesem Bereich große Zukunftschancen, denn Handwerkerinnen und Handwerker werden immer gebraucht.  

Als Angestellte oder Angestellter sind dir und deinem Können im Betrieb jedoch Grenzen gesetzt, sowohl auf finanzieller Seite als auch in gestalterischer Freiheit. Wenn du dich selbstständig machst, kannst du diese Grenzen durchbrechen, du bist jedoch auch selbst für dich selbst verantwortlich. Wenn du den Schritt in die Selbstständigkeit wagst, hast du vor allem mehr Freiheiten, größere finanzielle Möglichkeiten und einen größeren Gestaltungsspielraum.  

Du bist noch unsicher? Das sind einige Gründe dafür, warum du dich als Handwerkerin oder Handwerker selbstständig werden solltest

1. Deine eigene Chefin oder dein eigener Chef sein

Nicht jeder kann mit jedem zusammenarbeiten. Wenn du deine eigene Chefin oder dein eigener Chef bist, kannst du selbst darüber entscheiden, wie Dinge angegangen werden sollen und auch deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigenständig auswählen. Dazu kommt jedoch auch ein hohes Maß an Eigenverantwortung für dein Unternehmen. Deshalb solltest du vor allem eine große Leidenschaft für deinem Beruf mitbringen. Gleichzeitig kannst du selbst darüber bestimmen, wie, wo und wann du arbeiten möchtest. 

2. Chancen in der Selbstständigkeit ausschöpfen

Wenn du davon überzeugt bist, dass du deine Fähigkeiten im Handwerk gut beherrscht, stehen dir in der Selbstständigkeit viele neue Türen offen. Beispielsweise kannst du selbst entscheiden, welche Aufträge du annimmst und wie du diese umsetzt. Dazu kommt: Gute Handwerker werden aktuell immer mehr gesucht. Bei vielen Unternehmen sind die Wartelisten daher sehr lang. Wenn du dich also selbstständig machst, kannst du dir größere finanzielle Möglichkeiten erhoffen. Außerdem kannst du dich beruflich in die Richtung entfalten, die du gerne einschlagen möchtest. 

3. Dein eigenes Unternehmen aufbauen

Unternehmerin oder Unternehmer werden ist dein Traum? Die Selbstständigkeit im Handwerk führt dich dort hin. Ob du einen Ein-Personen-Betrieb gründest und dich dort spezialisierst, oder mit einem handwerklichen Betrieb durchstartest, kannst du selbst entscheiden. Wenn du eine gewisse Eignung sowie Unternehmensgröße vorweist, kannst du in deinem Betrieb sogar selbst ausbilden und so auch dem Nachwuchs die Hand reichen.  

4. Finanzielle Möglichkeiten

Als selbstständige Person können deine Einnahmen sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn du jedoch deine Zielgruppe gut kennst und dein Handwerk sehr gut beherrschst, hast du gute Aussichten darauf, dass du viele Aufträge bekommst. Deine finanziellen Möglichkeiten werden natürlich auch von weiteren Faktoren, wie etwa der Unternehmensgröße, der Anzahl der Mitarbeitenden sowie deinem Startkapital beeinflusst.  

Generell gilt, dass selbstständige Handwerkerinnen und Handwerker monatlich zwischen 2.000 und 2.700 Euro verdienen. In den ersten Jahren nach der Gründung verdienen viele jedoch gerade genug, um die Fixkosten zu decken. Aus diesem Grund sind nicht nur deine handwerklichen Fähigkeiten gefragt, sondern auch dein Wissen im kaufmännischen Bereich sowie ein gutes und zuverlässiges Netzwerk.  

Außerdem solltest du beachten, dass neben den einmaligen Gründungskosten (z.B. für die Gewerbeanmeldung und den Kauf von benötigten Maschinen oder Geräten) auch laufende Kosten (z.B. Miete, Versicherungsbeiträge, Mitgliedsbeiträge) auf dich zukommen.  

5. Persönliche Weiterentwicklung

Selbstständig zu sein ist nicht immer einfach und erfordert vor allem Disziplin und die Bereitschaft, sich in verschiedenen Bereichen, wie etwa Finanzen und Steuern, mehr Wissen anzueignen. Du musst außerdem viel über eine gute Zeit- und Finanzplanung sowie unterschiedlichen Soft Skills lernen. Deshalb gehört zur Selbstständigkeit auch die persönliche Weiterentwicklung, um immer neue Probleme lösen zu können sowie sich stetig weiterzubilden.  

6. Abwechslung

Neue Herausforderungen, wechselnde Kunden und stetige Weiterentwicklungen im Handwerk: Diese Aspekte werden dich als Selbständige und Selbstständiger auf jeden Fall begleiten. Aus diesem Grund solltest du vor Abwechslung nicht Halt machen und diese sogar begrüßen. Eins steht fest: In der Selbstständigkeit wird dir definitiv nicht langweilig werden 

7. Verantwortung übernehmen

Einen eigenen Betrieb zu führen, bedeutet auch viel Verantwortung zu übernehmen. Wenn du als Angestellte oder Angestellter das Gefühl hast, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen, dann ist der Schritt in die Selbstständigkeit der richtige Weg. Jedoch gehört hierzu auch die Verpflichtung, für sich selbst verantwortlich zu sein sowie eine gute finanzielle Planung und die Bereitschaft, sich um jeglichen Papierkram zu kümmern.  

Das solltest du vor deiner Existenzgründung wissen

Bevor du dich selbstständig machst, solltest du sicher sein, dass du dafür alle Anforderungen erfüllst. Die Voraussetzungen variieren je nach deinem Beruf im Handwerk, du solltest dich also vorher spezifisch zu deinem Berufsfeld informieren.  

Diese Voraussetzungen solltest du vor deiner Existenzgründung erfüllen

  • Meisterbrief: Viele Berufe (z.B. Bäcker, Fleischer, Parkettleger, Dachdecker) setzen vor der Selbstständigkeit einen Meisterbrief voraus. Die Kosten für die Meisterausbildung liegen je nach Beruf zwischen 3.000 und 9.000 Euro und benötigen zwischen 1 und 3,5 Jahre bis zum Abschluss.  
  • Hoch- oder Fachschulabschluss: Wenn du einen einschlägigen Hoch- oder Fachschulabschluss vorweisen kannst, benötigst du keinen Meisterbrief, um dich selbstständig zu machen. Gleiches gilt übrigens, wenn du nach deinem Gesellenabschluss mindestens 6 Jahre Berufserfahrung in deinem Handwerk vorweisen kannst und von diesen mindestens 4 Jahre in einer leitenden Position angestellt warst. 
    Gut zu wissen: In diesen Fällen brauchst du eine Ausübungsberechtigung der Handelskammer, um dich selbstständig zu machen.  

Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dich für die Selbstständigkeit entscheidest:

  • Hast du alle Qualifikationen, die du vorher benötigst?  
  • Hat deine Geschäftsidee auch in Zukunft noch Bedarf?  
  • Liegen dir alle Informationen für deinen Businessplan vor?  
  • Wie finanzierst du dich? Kannst du Fördermittel oder Kredite beantragen? 
  • Wer könnte dich bei der Existenzgründung unterstützen? Wo bekommst du wichtige Informationen? 
  • Wie sieht deine Zielgruppe aus? Wie bedienst du am besten deren Bedürfnisse? 
  • Welche Rechtsform soll dein Unternehmen haben (z.B. Einzelunternehmen (EU), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH))? 
  • Hast du schon alle nötigen Anmeldungen bei einer Selbstständigkeit im Handwerk erledigt (z.B. Gewerbeanmeldung, Eintrag im Handelsregister oder bei der Handwerkskammer, Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft, Sozialkassenanmeldung, Betriebsnummer) 

Wenn du dich für die Selbstständigkeit entscheidest, unterstützt dich beispielsweise die Handelskammer bei deiner Existenzgründung. Wenn du auf der Suche nach Weiterbildungsprogrammen und Schulungen zur Selbstständigkeit im Handwerk bist, findest du diese bei der Agentur für Arbeit.  

Fazit

Ob du für den Schritt in die Selbstständigkeit bereit oder geeignet bist, musst du selbst entscheiden. Fakt ist, dass dort viele unterschiedliche Möglichkeiten auf dich warten. Jedoch musst du auch deine finanziellen Aspekte und persönlichen Ziele im Auge behalten.