Das ändert sich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 2024

Neues Jahr, neues Glück? Oder neue Änderungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Mindestlohn steigt, die Inflationsausgleichsprämie läuft aus, die Einkommensgrenzen beim Elterngeld ändern sich und vieles mehr. Welche Änderungen im Arbeitsrecht 2024 auf dich zukommen, zeigen wir dir hier.

Zwei Kolleginnen blicken auf ein Tablet.

1. Telefonische Krankschreibungen: Das ändert sich

Wenn du krank bist, musst du normalerweise nach drei Tagen eine offizielle ärztliche Krankschreibung bei deinem Arbeitgeber vorlegen und dich krank zur Arztpraxis schleppen. Während der Corona-Pandemie wurde diese Regelung außer Kraft gesetzt, um Ansteckungen zu vermeiden. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war es dann ab Oktober 2020 möglich, sich auch per Telefon oder Video-Call krank zu melden. Diese Regelung wurde im April 2023 aufgehoben, soll bis Ende Januar 2024 aber nochmal vom gemeinsamen Bundesausschuss geprüft werden. Hier können also Neuerungen auf uns zu kommen. 

2. Der gesetzliche Mindestlohn steigt

Den gesetzlichen Mindestlohn gibt es seit 2015 in Deutschland. Bei dessen Einführung, lag dieser noch bei 8,50 Euro pro Stunde. Der Mindestlohn wurde seitdem mehrmals angehoben und liegt seit dem 01.01.2024 bei 12,41 Euro

Gut zu wissen: Der Mindestlohn gilt laut dem Arbeitsgesetzbuch für Beschäftigte grundsätzlich in allen Branchen, außer es gibt einen branchenspezifischen Mindestlohn.  

3. Gute Nachricht für alle Minijobberinnen und Minijobber

Die Minijob-Grenze wird von 520 auf 538 Euro pro Monat erhöht. Wer als Minijobberin oder Minijobber arbeitet, hat den Vorteil, bis zur Minijob-Grenze keine Lohnsteuer zahlen zu müssen. Das bedeutet, dass man den vollen Betrag ausgezahlt bekommt, ohne Abzüge. 

Das bedeutet die Erhöhung für alle Minijobberinnen und Minijobber:  
Wenn du als Minijobberin oder Minijobber arbeitest, kann die Erhöhung der Minijob-Grenze eine Auswirkung auf deine Stundenzahl, die du im Monat arbeiten darfst, ohne steuerliche Abzüge abzugeben, haben.  

Ein Blick in die Zukunft: Der gesetzliche Mindestlohn soll weiter steigen. Ab 2025 soll der gesetzliche Mindestlohn auf 12,82 Euro steigen, die Minijob-Grenze würde dann bei 556 Euro pro Monat liegen. 

4. Die Einkommensgrenze für das Elterngeld wird abgesenkt

Durch das Elterngeld bekommen Eltern, die weniger Einkommen haben, weil sie nach der Geburt teilweise weniger oder nicht arbeiten, eine finanzielle Unterstützung, um die Lebensgrundlage der Familie zu sichern.  

Das ändert sich jetzt: Familien mit sehr hohem Einkommen sollen ab 2024 kein Elterngeld mehr bekommen. Ursprünglich plante die Regierung das Elterngeld für Familien mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 100.000€ Euro wegfallen zu lassen. Ab dem 01.04.2024 soll die Grenze, welche aktuell bei 300.000 Euro liegt, auf 200.000 Euro gesenkt werden. Im darauffolgenden Jahr ist eine weitere Absenkung geplant. 

5. Die Inflationsausgleichsprämie entfällt

Die 2022 eingeführte Inflationsausgleichsprämie soll bis Ende 2024 entfallen. Diese ermöglichte Arbeitgebern einen steuerfreien Ausgleich für inflationsbedingt gestiegene Lebenshaltungskosten an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterzugeben. Im Rahmen dessen sind zusätzliche Zahlungen von bis zu 3.000 Euro im Jahr steuerfrei.  

Achtung: Du hast deine Inflationsausgleichsprämie noch nicht erhalten? Dann solltest du deinen Arbeitgeber daran erinnern, dir diese auszuzahlen, bevor sie entfällt. 

6. Diese neue Kinderkrankengeldregelung gibt es

Das Kind ist krank und du musst zur Arbeit? Jetzt muss ein Elternteil sich um das Kind kümmern und nicht zur Arbeit gehen, aber trotzdem das Gehalt erhalten. Vor der Corona-Pandemie war im Rahmen der Kinderkrankengeldregelung 10 Tage pro Kind im Jahr vorgesehen, diese Zahl wurde während der Pandemie auf 30 Tage angehoben. In diesem Jahr soll das Kinderkrankengeld nun erneut verändert werden.  

Für jedes Kind bis zu einem Alter von 12 Jahren haben Eltern die Möglichkeit bis zu 15 Tage zuhause zu bleiben und sich um das Kind zu kümmern. Bei Alleinerziehenden liegt diese Anzahl bei 30 Tagen. In diesem Zeitraum bekommst du das Kinderkrankengeld von der Krankenkasse und kannst dich in Ruhe um dein Kind kümmern. 

7. Jetzt neu: Das Weiterbildungsgesetz

Du möchtest dich weiterbilden? Mit dem neuen Weiterbildungsgesetz hast du jetzt die Garantie, eine notwendige Weiterbildung machen zu können. Schon 2023 hat der Bundesrat das “Gesetz zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung” verabschiedet. So soll ein digitaler Wandel in der Arbeitswelt unterstützt werden sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Weiterbildungsmöglichkeit zugänglich gemacht werden.  

Gut zu wissen: Während der Weiterbildung erhältst du das sogenannte Qualifizierungsgeld als Entgeltersatz und wird ab dem 01.04.2024 von der Agentur für Arbeit ausgezahlt. Die Höhe orientiert sich am Kurzarbeitergeld, wobei Arbeitgeber es auch erhöhen können. 

Fazit

Auch in diesem Jahr kommen wieder einige Änderungen auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu, doch mit diesem Überblick solltest du nun über die wichtigsten Änderungen Bescheid wissen.